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Geschehen Gegangen Geblieben

 

 

Ausstellung in Schwandorf, Galerie M 17

22.06.2018 - 25.07.2018

 

 

Geschehen Gegangen Geblieben. Was versteckt sich hinter dieser Wortreihe?

 

In erster Linie beschreibt es einen Kreislauf, einen Kreislauf, den man im Leben finden kann. Dinge oder Ereignisse, die geschehen, bleiben zumeist nicht auf Dauer gegenwärtig, sondern verblassen und vergehen mit der Zeit. Sie sind gegangen. Je schwerer diese Ereignisse jedoch wiegen, desto eher bleibt etwas von ihnen zurück. Meistens sind es Erinnerungen, manchmal auch etwas Prägendes, das den Menschen formt und Kontur verleiht.

 

 

 

Alle Bilder, die in der Ausstellung zu sehen sein werden, spiegeln diesen Kreislauf wieder. Das Geschehene entdeckt man zum Beispiel in den Frauenbildnissen. Sie sind konkret und greifbar, aber auch erschreckend in ihrer Thematik. Zugegeben, es sind keine leichten Themen, Hoffnungslosigkeit, Verzweiflung, oder Schmerz. Der Künstlerin war es nicht nur wichtig, solche Empfindungen malerisch umzusetzen, da sie im alltäglichen Leben nur allzu gern verdrängt werden. Ihr war es auch wichtig, den Frauen ein Stück weit Anmut, Schönheit und vor allem (das Recht auf) Dasein zurückzugeben.

 

Es braucht Mut, sie dazustellen, aber auch Mut sie wahrzunehmen und sich darauf einzulassen. Es ist eine gewisse Aufforderung der Künstlerin, sich diesen Empfindungen zu stellen. Erst damit sind die Frauenbilder keine Selbstportraits mehr, sondern werden zu objektiven Spiegeln für das Seelenleben jedes Einzelnen.

 

Das Seelenleben führt nahtlos zu den einzeln hängenden Schmetterlingen über. In ihrer zarten Schönheit tauchen sie als Symbol für den Seelengefährten auf und erinnern an die eigene, innere Metamorphose, die gleichzeitig ein Teil des Kreislaufs Geschehen Gegangen Geblieben ist. Wie nach der Verpuppung in einem Kokon, findet auch im Seelischen ein Prozess statt, der im Unsichtbaren einen Wandel herbeiführt.

 

Natürlich steht auch die Bilderserie „Wandel“ für eben jenen Prozess. Großflächig, vollkommen abstrakt und in ähnlichen Farben gehalten, sind sie eine Darstellung für die Momente zwischen Geschehen Gegangen Geblieben. Denn um von einem Zustand in den Nächsten zu kommen, muss es immer auch etwas Wandelndes oder gar Auflösendes geben. Sie deuten auf den Augenblick, in dem das Geschehene seine Eindringlichkeit verliert und gegangen ist.

 

Nun zu dem, was geblieben ist. Ja, was bleibt also? Die Antwort der Malerin ist schlicht und einfach: Erinnerungen. Ob konkret oder vage, für Beides hat sie eine eigene Form und Sprache gefunden.

 

Durch scheinbar einfachen Linien entstand die Serie „Farbenklang“, deren Ästhetik vor allem auf der Ausgewogenheit von Farbgebung und Proportion aufbaut. Unbewusst kristallisieren sich Assoziationen zu Himmel, Meer oder Sonnenuntergänge heraus, ohne dabei etwas passend Gegenständliches sehen zu können. Es ist allein die Farbe, auf der diese verblassten Erinnerungen gründet.

 

Als Element der konkreten Erinnerung bilden die zahlreichen Zeichnungen von Sandra Hosol einerseits den Abschluss des Kreislaufs Geschehen Gegangen Geblieben, andererseits verweisen sie auch auf den Beginn zurück. Abschluss, weil nichts von dem Dargestellten die exakte Realität meint, sondern ironisch deren Anteile reflektiert und hinterfragt. Beginn, weil die Geschehnisse, von denen die Künstlerin erzählt, stets auch die Realität berühren oder gar aus ihr entspringen. Und in ihren Zeichnungen wendet sich Sandra Hosol dem Offensichtlichen nicht ab, sondern zollt der unübersehbaren Realität in ihren absurden, schrecklichen, manchmal auch tragischen Gesichtern Tribut, indem sie Symbole wie die Schlange für Wahrheit, Tränen für Trauer, Blüten für Unbeschwertes oder Bäume für Gewachsenes mit skurrilen Karikaturen oder clownesken Figuren vereint.

 

Sandra Hosol, 1985 in Weiden geboren, lebt und schafft gemäß der Aussage: „Ein Apfelbaum kann nur Äpfel tragen. Will er anderes tragen, so wird er nichts tragen.“ So folgt sie beim Malen nicht nur ihren eigenen Empfindungen, sondern auch dem Bild selbst, das im jeweiligen Moment entstehen will. Auch komponiert sie Klavierstücke, die an das Herz des Zuhörers gerichtet sind. Die Quelle von beiden ist das ureigene Empfinden und Wahrnehmen, was sich auch in dieser Ausstellung von Neuem zeigt.

 

 

22.06.2018 - 25.07.2018

Galerie M 17

Am Marktplatz 17

92421 Schwandorf

 

Öffnungszeiten:

Donnerstag und Freitag: 16:30 - 18:00 Uhr

Samstag: 11:00 - 16.00 Uhr

 

Bild  Klang  Wort.

Malerei Musik Sprache.

Präsentiert wird hier Malerei von Sandra Hosol.

 

Kontakt

Sandra Hosol |  92637 Weiden

 

 



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